Sporthistorie im Bild ist ohne Schirner unvorstellbar

„Wenn Sie ein Buch über die Geschichte des deutschen Fußballpokals herausgeben wollen, dann geht es nicht ohne ihn.” Das hörten wir anno 1994 von allen Seiten. Stimmte ganz genau. „Das deutsche Wembley - 60 Jahre Vereinspokal”, das erste Buchprojekt in der Powerplay-Historie, konnte damals nur entstehen, weil der heute leider schon verstorbene Norbert Seiffert, die dafür nötigen Fotos aus seinem Fundus zauberte. Sein Fundus, das war das Schirner-Archiv.

Firmengründer Max Schirner (Fotoleiste oben, ganz links) rief bereits 1924 Deutschlands erste Sportfotoagentur ins Leben. Schnell avancierte sein Unternehmen hierzulande zum größten dieser Art. Millionen von Fotos tragen seitdem den Stempel „Copyright by Pressebild-Agentur Schirner”. Kein Zweifel, wer Sporthistorie im Bild darstellen möchte, ist bei Schirner an der richtigen Adresse.

Und so sind wir sehr dankbar dafür, dass sich Norbert Seiffert noch zu Lebzeiten gemeinsam mit seiner Frau Susanne dazu entschloss, den Fotoschatz in unsere Hände zu legen, anstatt ihn in der Anonymität eines Großverlages verschwinden zu lassen.

Seitdem bemühen wir uns nach besten Kräften gemeinsam mit Susanne Seiffert-Schirner, Tochter des Fotopioniers Max Schirner, das größte historische Sportarchiv Deutschlands zu digitalisieren und somit auch die zukünftigen Generationen an der überwältigenden Arbeit von damals Teil haben zu lassen.

  • „Das Wunder von Bern”

    Hier wird es wahr. Der Treffer von Helmut „Boss“ Rahn besiegelt das 3:2 der deutschen Nationalelf gegen die hochfavorisierten Ungarn. Das Team von Bundestrainer Sepp Herberger wird 1954 Weltmeister und schafft eine der größten Sensationen der Sportgeschichte.
    Das Foto dazu geht um die Welt und wird eines der am häufigsten gedruckten Sportbilder überhaupt.

  • Hätten Sie ihn erkannt?

    Hier schwimmt ein späterer Hollywoodstar zu olympischem Gold. Johnny Weissmüller feierte 1924 und '28 insgesamt fünf Olympiasiege, ehe er 1932 zum ersten mal den Lendenschurz anlegte und als „Tarzan“ seine zweite Karriere startetet.
    Bis 1948 stand er ein Dutzend Mal als "Herrscher des Urwalds" vor der Kamera seinen Mann. Zuvor krault er offiziell zu 51 Weltrekorden und erkämpfte sich 1932 noch einmal eine olympische Medaille: Bronze im Wasserball.

  • Aus der Kuriositätenkiste

    Der mehrfach prämierte Such- und Schutzhund "Alf von der Düster-Brücke" erwischt am 24. September den Düsseldorfer Stürmer Dieter Wöske an der Hose. Zum Glück "nur" an der Hose.
    Glück auch für Fotograf Norbert Seiffert. Seine „Spielszene der besonderen Art“ sorgt anschließend sogar über die Grenzen Deutschlands hinaus für Furore. Bei der britischen Wahl zum Sportfoto des Jahres belegt der Schnappschuss Rang zwei!

  • Mitbegründer eines Mythos

    Manfred von Brauchitsch gehört in den
    30er Jahren zu den wagemutigen Silberpfeil-Piloten von Mercedes.
    So gewinnt er unter anderem das auch heute noch legendäre Grand-Prix-Rennen von Monaco (1937).
    Ab und an kommt er allerdings auch ohne Auto, sondern nur mit Lenkrad ins Ziel (siehe Fotoleiste oben) und erhält deshalb den Spitznamen „Pechvogel“.

  • Ein k.o. für die Ewigkeit

    Max Schmeling der erste und bislang einzige deutsche Boxweltmeister im Schwergewicht gilt hierzulande als eines der größten Sportidole. Seinen durchaus weltweiten Ruhm verdankt der Faustkämpfer allerdings nicht seinem WM-Titel, sondern einem k.o.-Erfolg in einem Fight, in dem
    es nicht um die Krone im Schwergewicht ging. Am 19. Juni 1936 schickt er den zu diesem Zeitpunkt als unschlagbar geltenden „Braunen Bomber“ Joe Louis
    in der 4. Runde erstmals und im 12. Durchgang (Foto) endgültig auf die Bretter.